»Ich denke in Klängen, nicht in Genres«, dieser Grundsatz leitet Albert Hosp, den künstlerischen Leiter des im frühgotischen Klangraum Krems Minoritenkirche beheimateten Festivals. Videokunst, Tanz und Literatur fließen in die Programme ein, jeder Abend wird durch ein Gespräch oder eine Lesung eingeleitet. 12Veranstaltungen (darunter eine Filmvorführung und ein Konzert für Kinder) finden in den Wochen vor Ostern statt. Musikalisch spannt sich der Bogen von Tango, Songwriting und traditioneller Musik über Werke des vor 400 Jahren verstorbenen John Dowland, von J. S. Bach und von W. A. Mozart bis zu Auftragswerken und Uraufführungen. Die Beteiligten kommen aus Argentinien, Bosnien-Herzegowina, Frankreich, Japan, Kroatien, den USA und Österreich.
Festival Imago Dei
13.3. bis 6.4.2026
donaufestival "Mad hope"
1. bis 3. Mai und 8. bis 10. Mai 2026
Im Zeitalter der multiplen Krisen erscheint ein Beharren auf ein »Prinzip Hoffnung« (Ernst Bloch) geradezu naiv. Man müsste verrückt sein, angesichts der autoritären Gewalt, der ökologischen Notlage und der faschistischen Bedrohungen noch an ein besseres Morgen zu glauben. Mad Hope: Das wäre die Leidenschaft für das Versprechen der Transformation, ein kleinteiliger Aufstand der Ideen gerade dort, wo es doch angeblich nichts mehr zu hoffen oder zu gewinnen gibt. Unter diesem Motto steht das diesjährige donaufestival mit rund 50 Veranstaltungen mit Performance, Konzerten und Diskurs an zwei Wochenenden (jeweils Fr bis So) an unterschiedlichen Orten in Krems.
Schubertiade Dürnstein
24. bis 26. April 2026
Unter dem Titel „Die schöne unvergessliche Zeit“ laden Kammersänger Robert Holl & Freunde zum 19. Mal ins Stift Dürnstein. Das dreitägige Festival gilt als Insidertipp unter Schubertianern und widmet den Lieder- und Ensemble-Abend dem Schubert-Zeitgenossen C. M. v. Weber. Am Kammermusikabend sind Pianist Till Fellner und Geigerin Viviane Hagner mit Schubert, Brahms und Beethoven zu hören sowie Rising Star« Anja Mittermüller bei der Abschluss-Matinee.
Internationale Barocktage Stift Melk
22. bis 25. Mai 2026
Ausgezeichnet mit dem Sonderpreis »Festival« des Österreichischen Musiktheaterpreises laden die Internationalen Barocktage Stift Melk wieder zu Pfingsten in die prunkvollen Räumlichkeiten des Benediktinerstifts. Der künstlerische Leiter Michael Schade stellt diese heuer unter das Motto »[er]warten« und verbindet damit positive Spannung sowie erfreuliche Momente: »Manchmal ist die Ungewissheit, die das Warten bringt, wahnsinnig spannend. Man denke nur an den Adventkalender der Kinder oder an Schwangerschaften, in denen man freudiger Erwartung ist. Auch in der Musik hat das Warten eine große Bedeutung, sei es das Sich-Gedulden auf den Einsatz einer Stimme oder eines Instruments, eine dramatische Pause oder das Warten und Hoffen auf den wohlwollenden Applaus des Publikums.«
Den Auftakt gestaltet traditionell der Concentus Musicus Wien. Gemeinsam mit einem erlesenen Solist:innenquartett steht das erste Oratorium Georg Friedrich Händels »Il Trionfo del Tempo e del Disinganno« auf dem Programm. Für weitere Klangerlebnisse garantieren Patricia Nolz, Martin Haselböck, Serge Falck, Giovanni Antonini, die Barocksolisten München, Il Giardino Armonico, das L’Orfeo Barockorchester und die Company of Music in Melk. Auf Familien wartet bereits am 21. 5. ein musikalisch-artistisches Aben teuer mit dem Musikzirkus Cantillo.
Schloss Grafenegg
11. Juni bis 6. September 2026
Die Freiluft-Sommersaison startet mit der traditionellen, beschwingt festlichen Sommernachtsgala (11./12. 6.), an die ab 27. 6. der Sommer klänge-Zyklus mit seiner musikalischen Vielfalt anschließt. Beim 20. Mal Grafenegg Festival ab 14. 8. gastieren einmal mehr Orchester von Weltrang und Spitzenkünstler:innen am ikonischen Wolkenturm, im Auditorium, im Schlosshof und erstmals auch im neuen Rudolf-Buch binder-Saal im Obergeschoß der Reitschule mit herrlichem Blick auf den Schlosspark. Den Reigen der internationalen Gastorchester eröffnet das Philharmonia Orchestra London unter der Leitung von Cristian Mˇacelaru gemeinsam mit Festivalchef Rudolf Buchbinder am Klavier und vielen weiteren Künstler:innen mit Ludwig van Beethovens »Chorfantasie« und Carl Orffs »Carmina Burana«.
Tipp: Die »Grafenegg Academy«, eines der herausragenden edukativen Projekte mit internationalen Profi-Musiker:innen aus über 30 Nationen (8. bis 19. 7.).
Sommerspiele Melk
187. Juni bis 15. August 2026
Schulterpolster, Walkman, Mauerfall ...– Begriffe, bei denen man sofort an die 1980er-Jahre denkt. Genau dieses Zeitalter beleuchten 2026 die Sommerspiele Melk. Ausgehend von George Orwells »1984« thematisiert Jérôme Junod mit »Das Ministerium der Wahrheit« (17. 6. bis 1. 8.) eine totalitäre Welt, Wissenschaftsskepsis, den Umgang mit Fake-News und die ständige Überwachung. Regie führt Alexander Hauer, der (trotz allem) einen positiven, hoffnungsvollen Blick auf die Gesellschaft zeigen möchte und für den das Jahr 1989 einen zentralen Wendepunkt darstellt. Die Musikrevue »Beat it– Da Da Da« (9. 7. bis 15. 8.) feiert die 1980er mit großen Hits und beliebten Ohrwürmern, bringt aber auch Raritäten auf die Bühne. So werden Elektro-Rock, R&B, House, Neue Deutsche Welle, Austropop u.v.m. zu einer absurden Agentenstory verwoben.
Auch eine Musikrevue für Kinder steht wieder am Programm, in der sich die Protagonistin Emma Ehrlich begleitet von viel Musik– auf die Suche nach der Wahrheit macht (26. 7. und 8. 8.).
Weitere Highlights:
23. 6. Kabarett unter Sternen „Die Tafelrunde“
03. 7. Vortrag aus der Melker Stiftsbibliothek „Der Wahrheit auf der Spur“
10. 7. Julian le Play “le Play unplugged”
15. 7. Global Kryner “2nd-Love-Tour 2026”
21. 7. Katharina Straßer „Die 50+ Jahre Austropop-Revue“
27. 7. Birgit Minichmayr „Sing Me Not a Ballad“
03. 8. Omar Sarsam „Stimmt“
www.sommerspielemelk.at
Open Air Kino beim Kesselhaus
September bis Ende Juli bzw. im Freien 2. bis 18. Juli 2026
Das Kremser Programmkino präsentiert nicht nur ein spannendes Filmprogramm mit Schwer punkt europäischer Film, sondern auch Gespräche mit Filmemacher:innen, Diskussionsrunden, Specials, Live-Konzerte, Kabaretts, Kinderpuppentheater, Kino-Workshops, Poetry Slams, Filmbar-Quiz u.v.m. Im Juli übersiedelt es ins Freie für sommerlichen, unbeschwerten Filmgenuss.
Klassik unter Sternen
4. Juli 2026
Mit diesem Jahr übersiedeln diese musikalischen Sternstunden von Stift Göttweig nach Schloss Grafenegg. Unter der künstlerischen Leitung von Karel Mark Chichon versprechen sie wieder große Emotionen und musikalische Glanzmomente. Gemeinsam mit dem Orchester der Volksoper Wien und einer Auswahl internationaler Top-Gäste gestaltet Elīna Garanča ein Programm, das das Publikum mit Opernarien, bekannten Melodien und musikalischen Entdeckungen auf eine Reise durch verschiedene Epochen, Stile und Klangwelten mitnimmt.
Tipp: Bereits tags zuvor, 3. 7., zeigt die „Preview Night“ eine 70-minütige musikalische Vorschau auf das Galakonzert.
Festival Glatt&Verkehrt
10. 7. bis 26. 7. 2026
... feiert seine 30. Ausgabe und stellt die Frage: Was haben eine lebende Legende aus England, westafrikanischer Jazz und finnische Mehrstimmigkeit gemeinsam? Sie alle sind – und viele Klänge – mehr beim diesjährigen Festival zu erleben. Alle Begriffe, mit denen versucht wird, das Repertoire dieses traditionsreichen Events zu beschreiben– mögen sie nun „world“, „folk“, „trad“, „jazz“ oder „singer songwriter“ heißen– sind nur Etiketten auf Schubladen. Im Endeffekt wird immer dann erst klar, was Glatt&Verkehrt ist, wenn eine Band auf der Bühne steht und spielt. Ganz in diesem Sinne werden auch 2026 internationale Acts (u.a. aus England, Finnland, Frankreich, Mali, dem Nahen Osten) ihre Österreich-Debüts feiern und heimische Ensembles spezielle Programme oder Uraufführungen präsentieren. Austragungsorte: Stift Göttweig, Winzer Krems Sandgrube 13, Klangraum Krems Minoritenkirche.
Wachau-Festspiele
16. Juli bis 7. September 2026
CARMEN DARF NICHT PLATZEN
17. Juli bis 9. August
1954 in Cleveland: Die Operndirektorin bereitet ihr Haus auf ein einmaliges Ereignis vor: Die Weltklasse Sopranistin Elena Firenzi gastiert mit „Carmen“. Aber sie kommt viel zu spät, fühlt sich nicht wohl, und dann verschwindet noch ihr Ehemann nach einer Eifersuchtsszene. Als sie durch eine Überdosis Schlafmittel scheinbar stirbt, ist es an ihrer unscheinbaren, aber gesanglich begabten Assistentin Jo, den Abend zu retten. Doch sobald Jos Auftritt beginnt, wacht die echte Diva auf und möchte auf die Bühne. Wenn dann noch Jos Verlobter, eine stalkende Hotelpagin und der Heldentenor auf amouröse Abenteuer aus sind, ist die Verwirrung perfekt. Regie: Monika Steiner, Gesamtleitung: Marcus Strahl.
DER WACHAUER JEDERMANN
17. Juli bis 6. September
Auf vielfachen Wunsch Wiederaufnahme des Sensationserfolgs im neuen spannenden Design. Und so wird der reiche Winzer Jedermann wieder die schaurigen „Jeeedermaaann“ Rufe im herrlichen Renaissance-Ambiente hören.
WEITERE HIGHLIGHTS
3. 9. Merci Chérie – danke Udo!
4. 9. Komm ein bisschen mit nach Italien – Schlagerrevue
5. 9. Edelmann & Edelmann – Wienerliedabend
6. 9. Kalter weißer Mann – Komödie
Theater in Schloss Artstetten
10. bis 20. September 2026
In »UR FAUST. URE GOETHE.« wird Fausts Studierzimmer entstaubt und lässt einen moder nen Menschen auferstehen: Auf der Suche nach Geist, Sinnlichkeit und Rausch schließt er einen Pakt mit Mephisto. Zur Entstehungszeit des Werkes befanden wir uns am Beginn der industriellen Revolution, heute am Beginn der KI-Revolution. Diese verspricht uns auch alles Wissen der Welt, und genauso wie Faust stecken wir in einem Dilemma.
Klangkunst
16. Juli bis 13. September 2026
Raumbezogene Arbeiten, Interaktionen von Klang, Raum, Licht, Zeit, Bewegung und Form machen den frühgotischen Kirchenraum und den Kapitelsaal in Krems, deren Architektur und deren Akustik, auf besondere Weise erfahrbar. Heuer werden zwei Werke gezeigt: Karl Salzmanns „Marsch, Linie und Vibration“ in der Minoritenkirche, das Marschtrommeln und ein skulpturales Lautsprechermonument visuell und akustisch zueinander in Beziehung setzt, sowie eine neue Arbeit von Ulrike Königshofer im Kapitelsaal.
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